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title: "Amazon CloudWatch Omni: Was die neue AWS-Observability-Plattform für EKS-Teams bedeutet"
description: Amazon CloudWatch Omni ist seit dem 22. September 2026 allgemein verfügbar – KI-gestützte Observability für Apps und Agenten auf AWS. Jetzt lesen, was sich für EKS-Teams ändert.
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Cloud Computing

# Amazon CloudWatch Omni: Was die neue AWS-Observability-Plattform für EKS-Teams bedeutet

Amazon CloudWatch Omni ist seit dem 22. September 2026 allgemein verfügbar – KI-gestützte Observability für Apps und Agenten auf AWS. Jetzt lesen, was sich für EKS-Teams ändert.

[Yannick Tresch](https://dmoove.com/blog/author/yannick-tresch)

 Sept. 26, 2026

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## Das Problem, das Amazon CloudWatch Omni lösen soll

Stellen Sie sich einen KI-Agenten vor, der Rückerstattungsanfragen bearbeitet. Er antwortet in 600 Millisekunden. Die Fehlerrate liegt bei null. Und er teilt einem Kunden mit, er bekomme 40 Euro zurück, obwohl die aktuelle Richtlinie 140 Euro vorsieht – weil das Dokument, das er abgerufen hat, aus dem letzten Quartal stammt. Alle Dashboards zeigen Grün. Nichts scheint kaputt zu sein. Der Agent ist trotzdem falsch.

Dieses Szenario beschreibt [AWS-intern](https://aws.amazon.com/blogs/aws-insights/wrong-not-broken/) das Kernproblem, das **Amazon CloudWatch Omni** adressiert: Klassische Observability beantwortet die Frage „Läuft es?" – aber nicht „Tut es das Richtige?". Für reine Infrastruktur reicht das. Für KI-Agenten, die autonome Entscheidungen treffen, reicht es nicht mehr.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem, das viele EKS-Teams kennen: CloudWatch ist ressourcenzentriert aufgebaut. Logs, Metriken und Traces liegen in verschiedenen Bereichen der AWS-Konsole. Wer einen Vorfall untersucht, springt zwischen Container Insights, X-Ray, Logs Insights und Application Signals hin und her. Jeder Wechsel kostet Kontext – und Zeit.

## Was Amazon CloudWatch Omni ist und was es kann

AWS hat [Amazon CloudWatch Omni am 22. September 2026 allgemein verfügbar gemacht](https://aws.amazon.com/about-aws/whats-new/2026/09/amazon-cloudwatch-omni-ai/). Es ist keine neue Monitoring-Lösung neben CloudWatch, sondern die nächste Generation von CloudWatch selbst: eine einheitliche Observability-Erfahrung, die Anwendungen, KI-Agenten und Infrastruktur in einer einzigen Oberfläche zusammenführt.

Drei Eigenschaften unterscheiden Omni vom bisherigen CloudWatch:

- **Off-Console-Zugang:** Omni läuft als eigenständige Web-Applikation außerhalb der AWS Management Console. Teams melden sich per Enterprise-SSO über IAM Identity Center an – kompatibel mit Okta, Azure AD und anderen Providern. Entwickler, SREs und Manager teilen dieselbe Oberfläche, ohne dass jeder AWS-Konsolenzugang benötigt.
- **OpenTelemetry-nativ:** Wer bereits Telemetriedaten an CloudWatch sendet, muss nichts rekonfigurieren – bestehende Logs, Metriken und Traces stehen in Omni automatisch zur Verfügung. Neue Workloads senden ihre Daten über einen OTLP-Endpunkt. Bestehende Prometheus- und Grafana-Setups können parallel weiterlaufen.
- **KI-gestützte Untersuchungen:** Der integrierte AWS DevOps Agent analysiert Anomalien, schlägt Hypothesen vor und führt durch die Fehlersuche. Abfragen lassen sich in natürlicher Sprache, SQL oder PromQL stellen. Alerts, Slack- und GitHub-Integrationen sind ohne Aufpreis enthalten.

Die Topologie wird automatisch erkannt: Omni entdeckt Services aus den eingehenden Telemetriedaten und AWS Config, kartiert Abhängigkeiten und passt Alarme an, wenn sich die Anwendung ändert. Wer einen Vorfall untersucht, sieht sofort, welcher Deployment zehn Minuten vorher stattfand und welcher nachgelagerte Service plötzlich höhere Latenz zeigt.

## KI-Agenten überwachen: Das Herzstück von Omni

![build-ai.fad4cf6949677ff4d353adb13d1640b1ffb2d7bb](https://dmoove.com/hs-fs/hubfs/build-ai.fad4cf6949677ff4d353adb13d1640b1ffb2d7bb.jpg?width=680&height=383&name=build-ai.fad4cf6949677ff4d353adb13d1640b1ffb2d7bb.jpg)

Der agentenspezifische Teil von Omni geht über klassisches Tracing hinaus. Für jeden Prompt, jeden Modellaufruf und jeden Tool-Aufruf eines KI-Agenten erfasst Omni den vollständigen Trace. [Eingebaute Evaluatoren](https://aws.amazon.com/blogs/aws/introducing-amazon-cloudwatch-omni-ai-powered-observability-for-generative-ai-and-agentic-workloads/) bewerten Qualitätsdimensionen wie Kohärenz, Korrektheit, Faithfulness und Routing-Genauigkeit – ohne dass Teams ein eigenes Evaluierungsframework aufbauen müssen. Wer bereits mit Braintrust, DeepEval oder Ragas arbeitet, kann diese Evaluierungs-Workflows ebenfalls in Omni einbinden.

Der Workflow ist eval-getrieben: Entwickler können Prompt-Versionen im integrierten Playground nebeneinander vergleichen, Testdatensätze aus dem Produktions-Traffic aufbauen und Experimente über verschiedene Konfigurationen hinweg laufen lassen. Regressionen werden automatisch erkannt. Das bedeutet: Ein fehlerhafter Agent-Run in der Produktion wird nicht nur als Incident-Report abgelegt, sondern kann direkt als Testfall für die nächste Iteration dienen.

Unterstützte Frameworks sind [LangGraph, CrewAI, OpenAI Agents SDK, Vercel AI SDK und Strands](https://aws.amazon.com/about-aws/whats-new/2026/09/amazon-cloudwatch-omni-ai/) – in Python und TypeScript. Für Agenten, die auf Amazon Bedrock AgentCore aufbauen, gibt es native Observability ohne zusätzliche Instrumentierung.

Für Entwickler steht eine kostenlose IDE-Extension für VS Code, Cursor und Kiro bereit. Sie zeigt Traces direkt im Editor, während der Agent lokal läuft – kein AWS-Account erforderlich für den Einstieg.

## Omni und EKS: Was sich für Kubernetes-Teams ändert

Wer bereits den **CloudWatch Observability EKS Add-on** einsetzt, hat die Grundlage für Omni bereits gelegt. Ab Version 6.2.0 des Add-ons sendet es Kubernetes-Metriken über OTLP an CloudWatch – und diese Daten erscheinen in Omni ohne Rekonfiguration. Container Insights, Application Signals und Infrastrukturmetriken laufen über denselben Telemetrie-Store, den Omni als Datenbasis nutzt.

Konkret bedeutet das für EKS-Teams:

- Pod-, Node- und Namespace-Metriken aus cAdvisor, Kube State Metrics und Prometheus Node Exporter sind in Omni sichtbar, sobald OTel Container Insights aktiviert ist.
- PromQL-Abfragen, die Teams bereits für Grafana-Dashboards geschrieben haben, funktionieren weiterhin über den CloudWatch PromQL-Endpunkt.
- Wer KI-Agenten auf EKS betreibt – etwa über Amazon Bedrock AgentCore oder eigene Deployments – kann deren Traces und Anwendungstelemetrie in derselben Omni-Oberfläche korrelieren.

Für Teams, die bereits auf [Kubernetes als strategische Plattform](https://dmoove.com/blog/warum-kubernetes-europas-schlussel-zur-cloud-souveranitat-ist) setzen und gleichzeitig KI-Workloads einführen, schließt Omni eine reale Lücke: Bisher mussten Infrastruktur-Observability und Agent-Monitoring getrennt betrieben werden. Das entfällt.

Ein Hinweis zur Einschränkung: Omni ist zum Launch in drei Regionen verfügbar – US East (N. Virginia), US West (Oregon) und Europe (Ireland). Telemetriedaten aus anderen Regionen können in eine dieser Omni-Regionen zentralisiert werden; die erste Kopie ist laut AWS kostenlos. Wer Daten in Frankfurt oder anderen EU-Regionen halten muss, sollte die Datenschutz- und Compliance-Anforderungen vor dem Rollout prüfen.

## Preise: Was Omni kostet

AWS hat das Preismodell bewusst einfach gehalten. Für Ingestion und Speicherung gelten die Standard-CloudWatch-Tarife:

- Logs und OpenTelemetry-Metriken: **0,50 USD pro GB** (Ingestion)
- Spans: **0,35 USD pro GB** (erste 10 TB), mit Volumenrabatten darüber hinaus
- Abfragen: Bis zum **5-fachen des monatlichen Log- und Span-Ingestion-Volumens** sind kostenlos; darüber hinaus 0,005 USD pro GB gescannt
- Dashboards und Alerts: ohne Aufpreis
- Zentralisierung: Die erste Kopie aus anderen Accounts oder Regionen ist kostenlos; nur Storage- und Query-Kosten fallen weiterhin an

Zum Einstieg bietet AWS einen **30-tägigen kostenlosen Test mit 1.000 USD Credits** auf OTel-Telemetrie-Ingestion. Die IDE-Extension ist dauerhaft kostenlos und benötigt für den lokalen Einstieg keinen AWS-Account.

Zur Einordnung: Bei 3 TB Logs, 1 TB Metriken und 1 TB Spans pro Monat liegen allein die Ingestion-Kosten (Logs und Metriken zu je 0,50 USD/GB, Spans zu 0,35 USD/GB) bei rund 2.350 USD. Hinzu kommen Speicherkosten sowie Query-Kosten oberhalb der kostenlosen Abfragequote – die tatsächliche Summe hängt stark von Retention und Abfrageverhalten ab und sollte im Einzelfall mit dem AWS-Preisrechner nachgebildet werden.

## Wann Omni sich lohnt – und wann nicht

Omni ist kein universeller Ersatz für bestehende Observability-Stacks. Laut Ashish Chaturvedi, Executive Research Leader bei HFS Research, [haben Unternehmen mit ausgereiften Datadog-, New-Relic- oder Grafana-Umgebungen wenig Anlass zu wechseln](https://www.infoworld.com/article/4225120/aws-launches-cloudwatch-omni-to-unify-observability-for-ai-agents-and-applications.html) – die Investition in Dashboards, Alerts und Runbooks ist dort bereits getätigt. Analyst Michael Leone von Moor Insights & Strategy weist zudem darauf hin, dass Agenten-Telemetrie schnell wächst: Jeder Prompt, Tool-Call und Handoff wird getract, wodurch Ingestion-Kosten schneller steigen können als erwartet.

Omni ist besonders sinnvoll für Teams, die:

- primär auf AWS laufen und KI-Agenten in die Produktion bringen wollen,
- bisher CloudWatch nutzen und die fragmentierte Konsolen-Erfahrung als Reibung empfinden,
- OpenTelemetry bereits einsetzen oder einführen wollen und keinen proprietären Agenten binden möchten,
- EKS-Workloads und KI-Agenten in einer einzigen Oberfläche korrelieren müssen.

Wer hingegen Multi-Cloud-Observability über mehrere Hyperscaler hinweg benötigt oder aus regulatorischen Gründen zwingend auf Wettbewerbslösungen mit stärkerem Multi-Cloud-Fokus setzt, sollte den aktuellen Funktionsumfang von Omni gegen die eigenen Anforderungen prüfen. Und wer Daten aus Datenschutzgründen ausschließlich in Frankfurt halten muss, sollte die Regionsverfügbarkeit im Blick behalten.

Für EKS-Teams, die bereits den [Kubernetes-Upgrade-Zyklus auf AWS](https://dmoove.com/blog/eks-version-rollback-kubernetes-upgrade) aktiv managen und jetzt KI-Workloads hinzufügen, ist Omni einen genaueren Blick wert: Die Infrastruktur ist bereits instrumentiert, der Add-on ist vorhanden, und die Evaluierungs-Toolchain für Agenten kommt ohne zusätzliche Eigenentwicklung aus. Der 30-tägige kostenlose Test macht den Einstieg risikoarm – wer aus Kostengründen zurückhaltend sein will, sollte das erwartete Telemetrie-Volumen vorab realistisch einschätzen.

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